Alle Angelruten im Überblick

Auf dieser Website gibt es Übersichten über alle Eigenschaften und Rankings für verschiedene Ruten. In den Artikeln gibt es noch einmal genauere Erklärungen, was wirklich wichtig bei diesen Ruten ist, sowie Empfehlungen und Vergleiche.

Brandungsruten
Pilkruten
Spinnruten
Feederruten
Posenruten
Fliegenruten
Karpfenruten
Dropshotruten
Reiseruten

Natürlich gibt es noch Dutzende weitere Ruten in allen möglichen Variationen und allen Preiskategorien. Das Ziel dieser Seite ist es aber nicht einfach alle einmal gezeigt zu haben. Wir wollen einen Überblick geben über eine Auswahl von Ruten, die jeden Angler für jede Situation wappnen sollten.

Die Rutenwahl

Hochseeangelrute
Hochsee – Angelrute

Die Auswahl der Angelruten ist so riesig, wie die Vielfalt an Fischarten und Gewässertypen. Und für jede Situation gibt es das passende Gerät. Alles muss aufeinander angestimmt sein. Doch worauf muss ich eigentlich achten?

6 wichtige Punkte für die Entscheidung

Wenn du dir eine Rute kaufen möchtest kannst du dich an diesen 6 Punkten entlang hangeln. Später werden diese Punkte in Fleisch und Blut übergehen. Weiter unten im Text findest du auch jeweils eine genauere Erklärung, was diese Ruteneigenschaften ausmacht und was dabei zu beachten ist.

  1. Angeltechnik auswählen: hier entscheidet man sich für eine oder mehrere Angeltechniken, ob Spinnfischen, Grundangeln, Feedern oder sogar Fliegenfischen ist wohl der erste und wichtigste Schritt bei der Rutenwahl. Die Angeltechnik entscheidet zusammen mit dem Zielfisch über die Aktion der Rute. 
  2. Transportmaß: Nicht jeder hat einen Van oder Combi, mit dem sich auch einteilige Ruten von 2,6 m länge oder mehr transportieren lassen. Hier stellt sich die Frage nach der Transportlänge und ob man eine klassische zweigeteilte Rute möchte, oder doch lieber eine Teleskoprute oder gar eine Reiserute.
  3. Zielfisch auswählen: der Zielfisch entscheidet über die Rutenstärke für Forellen darf es ruhig eine leichte und dünne Rute sein, während es für Wels eben eine dicke und vor allem starke Rute braucht.
  4. Das Gewässer: Hier entscheidet sich vor allem die Rutenlänge, hat aber auch wieder einen Einfluss auf die Rutenstärke. Für Kleinstgewässer braucht man keine lange Rute. Für einen großen See oder am Meer braucht man  hingegen in der Regel längere Ruten. Auch muss man hier schon den nächsten Punkt im Kopf haben. Fische ich am reißenden Strom auf Barbe, brauche ich sehr hohe Bleigewichte und somit auch wiegt meine Montage viel.
  5. Das Ködergewicht oder Montagegewicht. Hier entscheidet sich das Wurfgewicht. Das optimale Wurfgewicht der meisten Ruten liegt oft in der Mitte des angegebenen Wurfgewichts.
  6. Ufer oder Boot: Angelt man vom Boot sollten die Ruten immer etwas kürzer sein. 2,4 Meter sind oft das maximale, was man vom Boot aus fischen sollte. Vom Kajak oder Bellyboot sind kurze Rutengriffe sehr wichtig beim Handling. Hier entscheidet sich also die Rutenlänge und die Grifflänge.

Eigenschaften von Angelruten

Alle Eigenschaften einer Rute in Kombination machen sie für einen bestimmten Zielfisch oder ein bestimmtes Gewässer besonders geeignet.

Das Wurfgewicht

Das Wurfgewicht ist das wichtigste Kriterium zur Bestimmung der Rutenstärke. Wie unter den 6 Punkten bereits erwähnt ist bei der Wahl des Wurfgewichts immer darauf zu achten, wie schwer die Köder und Montagen sind, welche man werfen möchte. Meistens ist es so, dass das optimale Wurfgewicht in der Mitte des angegebenen Bereichs liegt.

Aktion, Biegekraft und Rückstellgeschwindigkeit

Tiefsee - Angelruten
Tiefsee – Angelruten

Die Rutenaktion ist bei der Wahl der geeigneten Angelrute absolut entscheidend. Die Aktion der gewählten Rute muss auf den gewählten Zielfisch und die Gegebenheiten abgestimmt sein, sonst minimiert man seine Ergebnisse.

Bei vielen Ruten wird vom Hersteller zumindest die „Rutenstärke“ angegeben, von der Rückschlüsse auf die anderen beiden Eigenschaften möglich sind. Die Rutenstärke geht von UL für Ultraleicht bis hin zu XH für Extra heavy. UL Ruten sind etwas für Barsche und Forellen oder sogar Weißfische, während XXH Ruten dann für tropische Salzwasserräuber sind. Auch eine Jerkrute für Hecht kann eine XH Aktion haben. Dann gibt es noch M was für Medium steht und irgendwo dazwischen liegt.

Zunächst einmal zur Rutenaktion: diese bestimmt wie weit sich unsere Rute unter Belastung biegt dabei gibt es drei Grundtypen:

1. Parabolische Aktion: Die Rute biegt sich unter Belastung bis in den Griff. Solche Ruten sind klassische Salmonidenruten also für Lachs und Forellen. Auch viele Karpfenruten und Posenruten weisen diese Eigenschaft auf.

2. Semi Parabolische Aktion: Die Rute biegt sich unter Belastung bis in die Mitte. Typische Spinnruten haben oft eine Semi Parabolische Aktion oft verbunden mit einer ML Rutenstärke.

3. Spitzenaktion: Solche Ruten biegen sich erst einmal nur in der Spitze natürlich biegen sie sich auch unter sehr starker Belastung auch weiter. Typischer weise werden solche Ruten für die Gummifischangelei auf Zander.

Sehr wichtig ist auch die Rückstellgeschwindigkeit. Diese bestimmt, wie schnell sich die Rute nach einer Belastung zurück in ihre Ausgangsposition biegt. Das ist extrem wichtig bei Fischen, die sehr agil sind und mit vielen Schlägen kämpfen, wie z.B. Salmoniden. Je schneller sich die Rute zurückbiegt desto besser kann sie den nächsten Schlag abdämpfen. Weniger wicht ist das bei Fischen die eher träge sind oder über ihr Gewicht kämpfen, wie der Heilbutt, der sich oft „nur“ wegschwimmt und durch seine enorme Kraft eine konstante Belastung aufbaut. Es gibt fast taper Ruten das sind also Ruten mit hoher Rückstellgeschwindigkeit und Ruten mit einem slow Taper, also langsamer Rückstellgeschwindigkeit. Man kann mit fast Taper Ruten allerdings weiter werfen.

Die Rutenlänge und Gewicht

Die Rutenlänge ist eine der wichtigsten Eigenschaften überhaupt und zwar völlig unabhängig vom Rutentyp.  Die Länge der Rute hängt hauptsächlich von der gewählten Angeltechnik ab.

Generell sind vom Boot eher kurze Ruten zu empfehlen, während vom Ufer längere Ruten wünschenswert sind. Die Rutenlänge hat einen großen Einfluss auf die Wurfweite. Generell sind für das Uferangeln mit Spinnruten Ruten von 2,7-3,3 m zu empfehlen und für das Bootsangeln meist Ruten um die 2 m, wobei es auch hier auf die Uferbeschaffenheit ankommt. Stehst du am Strand eines Baggersees musst du die Rutenlänge anders wählen als wenn du an einem zugewachsenen Fluss stehst. Pilkruten dürfen auch 3 m sein. Ruten zum Ansitzangeln dürfen dagegen deutlich länger sein und 3,6 m sind bei Karpfenruten der Standard. Die Rutenlänge ist auch dafür entscheidend, wie lange ein Vorfach oder eine Montage sein kann.

Das Gewicht einer Rute ist vor allem für das Spinnfischen wichtig, wenn man eine Rute den ganzen Tag in der Hand hält machen 50 g schon einen Unterschied. Deshalb gilt für das Spinnfischen das Rutengewicht als Qualitätskriterium. Leichtere Ruten herzustellen ist auch etwas teurer. Für das Ansitzangeln spielt das Gewicht eigentlich kaum eine Rolle.

Der Griff

Der Rutengriff ist in erster Linie ein Hebel zum werfen und zum drillen. Die Grifflänge spielt insofern eine Rolle, als das jeder selber wissen muss, ob er eher kurze oder lange Rutengriffe mag. Trotzdem kann man festhalten, dass Bootsruten zumindest außerhalb von Big Game eher kurze Griffe haben sollten. Das gilt vor allem auf Kajaks und Belly Booten sonst sind die Griffe nur im Weg. Für den Uferangler darf auch der Griff länger sein, denn der Hebel wird für weitere Würfe gebraucht.

Geschmackssache ist hingegen das Griffmaterial. Es gibt zwei verschiedene Materialien: Kork und EVA. Beide Materialien gibt es in verschiedenen Preiskategorien und bei teuren Ruten wird meist besseres Material verbaut.

Rutenringe

Spitzenring
Spitzenring*

Je mehr Ringe eine Rute hat, desto teurer und hochwertiger wird sie. Die Ringe müssen in einer Linie am Blank angebracht sein. Bei den Rutenringen gibt es verschiedene Einlagen. Billige Ruten haben eventuell überhaupt keine Einlagen und sind aus Metall oder aber sie sind aus Kunststoff. Geflochtene Schnüre schneiden Kerben in diese Materialien, was wiederum die Schnur beschädigt. Moderne Ruten sind aber fast immer mit hochwertigen Rutenringen aus SiC. Auch andere Keramiken und LTS Ringe sind widerstandsfähig.

Tipp: Überprüft eure Ringe regelmäßig die Ringe eurer Rute auf Kerben um Abrissen vorzubeugen. Das macht ihr am besten indem ihr mit etwas Watte über die Ringe fahrt. Bleiben Wattestückchen am Ring hängen, besteht Reparaturbedarf.

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